Erinnerungen an die Hindenburg

Erinnerungen an die Hindenburg

SERIE Die Hinterländer Mountainbiker auf Spurensuche in den USA – Teil 8

Erinnerungen an die Hindenburg

Mittwoch, 17. September, Lakehurst. Im Navy Lakehurst Heritage Center – etwa 120 Kilometer von New York entfernt – wollen wir einer Falschmeldung von Spiegel-Online auf den Grund gehen. Um 10.30 Uhr mit der hochversicherten Hindenburg-Leica im Gepäck treffen wir uns an der Cathedral of the Air mit dem Tour-Director Don Adams.

Erinnerungen an die Hindenburg

Konsulat erwirkt für Mountainbiker Zutritt zu militärischem Gelände

Erinnerungen an die Hindenburg

Offiziell haben nur US-Bürger Zutritt zu dem abgeschirmten militärischen Gebiet der Navy, aber dank der Hilfe des Konsulats erhalten wir eine Genehmigung. Auf der zweistündigen Tour dürfen wir fast alles fotografieren und sogar unsere Fahrräder mitnehmen.

Besuch in Hangar One

Tour-Director Don Adams bietet uns eine Einzelführung. In der Kirche zählen Gedenktafeln die Toten zweier weiterer Luftschiffkatastrophen auf, die sich schon vor dem Hindenburg-Unglück bei der Navy ereignet hatten.

Noch ergreifender für uns war jedoch der Anblick der bronzenen Gedenktafel an der Absturzstelle der LZ 129 Hindenburg mit 97 Menschen an Bord. Hier erlitt am 6. Mai 1937 innerhalb von nur 45 Sekunden die deutsche Luftschifffahrt einen herben Rückschlag. Don hat einige Fotos dabei, schildert lebhaft den Unfallhergang und erläutert uns die Ursache.

Anschließend besichtigen wir den Hangar One, dessen Größe uns die riesigen Dimensionen der damaligen Luftschiffe – die Hindenburg hatte eine Länge von 245 Metern – erahnen lässt. Zum Schluss besuchen wir noch das kleine Museum, in dem viele Originalteile der deutschen Luftschiffe ausgestellt sind, die von der schon damals hoch entwickelten Technik des deutschen Leichtbaues zeugen.

Don spricht, mit der Hindenburg-Leica in seinen Händen, voller Ehrfurcht von der legendären Graf Zeppelin, dem in seinen Augen besten und erfolgreichsten Luftschiff aller Zeiten. Wir entdecken Briefe von Werner Franz aus Frankfurt, der kürzlich im Alter von 92 Jahren als letztes Crewmitglied der Hindenburg gestorben ist.

Er war jedoch nicht der letzte der 62 Überlebenden, wie die Deutsche Presseagentur und Spiegel-Online in diesem Sommer berichteten. Denn ein Originalbrief jüngeren Datums und die Bekundungen von Don bezeugen, dass sich der in Colorado lebende Werner Doehner immer noch guter Gesundheit erfreut. Abschließend spenden wir Don noch ein anständiges Trinkgeld, denn unsere Führung war kostenlos.

Tipp: Unter navlake(at)prodigy.net können sich Interessierte bei ihm auch als Nichtamerikaner zu einer Tour anmelden.

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